Berg und Kloster Montserrat
Barcelona, die Hauptstadt der Autonomen Region Katalonien, bietet neben bedeutenden und sehenswerten Gebäuden und Plätzen in der Stadt auch ein sehr interessantes Umland. Etwa 30 Kilometer nordwestlich erhebt sich der Berg Montserrat aus der sonst eher sanften katalanischen Hügelebene. Schon von Ferne fällt die etwas bizarre Form des Monserrats (zu deutsch: „der gesägte Berg“) auf.
Der höchste Gipfel des Sandsteingebirges ist der „Sant Jeroni“, er kann eine Höhe von 1236 Metern aufweisen. Sind diese luftigen Höhen für Bergsteiger ein wahres Paradies, so sind auch in niederen Gefilden gut angelegte Wanderwege zu finden.
Sie sind hervorragend beschildert, vor allem was Schwierigkeit und Dauer betrifft und bieten sowohl nach unten wie auch nach oben einen atemberaubenden Ausblick. Dazu weht einem frische Bergluft um die Nase. Auf diesen Wegen trifft man Gäste aus aller Welt, aber auch Bewohner der Stadt Barcelona und Umgebung, da dieses Gebiet um den Montserrat als Naherholungsgebiet dient.
Doch dies ist nur die eine Seite und Funktion dieses Berges: Im östlichen Teil, auf einer Höhe von etwa 720 Metern steht das Benediktinerkloster „Monestir Santa Maria de Montserrat“. Jenes kann eine lange Geschichte und Tradition aufweisen.
Es wurde zum ersten Mal im Jahr 888 n. Chr. erwähnt, damals in Form von Einsiedeleien. Das Kloster wurde von Abt Oliba von Ripoll 1025 gegründet. Doch schon zu vorchristlicher Zeit hatte der Montserrat eine religiöse Bedeutung. Nach einer Legende stand an der Stelle des späteren Klosters ein Venustempel, der durch den Erzengel Michael zerstört worden sein soll.
Im 16. Jahrhundert nahm man einen Umbau und Anbau vor, um auch die vielen Pilgermassen aufnehmen zu können. Zu dieser Zeit hielt sich Ignatius von Loyola, der Begründer des Jesuitenordens dort auf und suchte Ruhe und Einkehr. Dies verbindet ihn mit zahlreichen Pilgern, bis zum heutigen Tag.
Einer der Höhepunkte, gerade für Touristen, ist die Klosterkirche, Sie wurde überwiegend zwischen den Jahren 1559 bis 1592 geschaffen und 1881 zur Basilika erhoben. Damals entstand auch die Apsis. In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die Fassade erneuert.
Bei einem Besuch des prächtigen Gotteshauses entdeckt der Gast immer wieder schöne und bedeutende Details, so lohnt es sich, genügend Zeit für einen Besuch einzuplanen. Mittelpunkt der Wallfahrt auf den Monteserrat ist die Schwarze Madonna aus dem 12. Jahrhundert, welcher Wundertaten zugeschrieben wurden. Sie ist zudem das katalanische Nationalheiligtum.
Etwas unterhalb ist ein Kreuzweg angelegt, seine 15. Station wurde von Antoni Gaudi gestaltet. An dieser Stelle befindet sich auch der Eingang zu jener Höhle, in der das Gnadenbild von Montserrat vermutlich gefunden wurde.
Zum Kloster gehört auch ein Museum sowie eine Bibliothek, die über 200.000 Bände ihr Eigen nennt. Bedeutende Werke des Mittelalters sind hier zu finden. Und so ist es nicht verwunderlich, dass dieser Ort bis heute das geistliche und geistige Zentrum Kataloniens ist. Heute erreicht man es mit einer Schwebebahn oder seit dem Jahre 2003 auch durch eine Zahnradbahn, die von Monistrol direkt zum Kloster, in dem zur Zeit etwa 80 Mönche leben, verkehrt.
Über das gesamte Gebirge verteilt sind zusätzlich mehrere Erimitagen und kleinere Klöster, beispielsweise der heiligen Cäcilia oder des heiligen Benedikts von Nursia zu finden.
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