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Ihr Reiseführer für Spanien

Flamenco - Tanz und Musik


Flamenco – spanischer Tanz, der vielleicht gar nicht in Spanien selbst kreiert wurde, aber die Spanier haben ihn veredelt. Ein Tanz, in den eine ganze Nation ihre Gefühle und Sehnsüchte hinein legt, wo die Liebe tänzerisch erklärt und erzählt wird – mit knisternder Erotik und dem Gehabe eines Latin-Lovers.

 

 

Flamenco Tanz Spanien

 

 

Flamenco – Bestandteil spanischer Identität, spanischer Kultur und spanischer Emotionen. Verkörpert auch durch virtuoses Gitarrenspiel – zur Perfektion gebracht durch einen wie Paco de Lucia, durch rhythmisches Händeklatschen bis die Krämpfe kommen, Ekstase und Erschöpfung zugleich.

 



Nicht die touristischen Folklore-Darbietungen ohne Sensibilität, nur der Unterhaltung dienend, und nur des schnöden Mammons wegen hingetanzt in schicken Kostümen, die sich nur an die Originale anlehnen. Stehen im kleinen Rahmen die Echtheit und die intensiven Emotionen im Vordergrund, werden auf der Bühne Virtuosität und Farbenpracht bevorzugt.

 

Und auf der Bühne steht der so genannte „Palmero“, den es sonst gar nicht gibt. Da die Touristen nicht wissen können, wie, wo und wann man beim Flamenco klatscht, übernimmt er diesen wichtigen Bestandteil des Flamenco. Er feuert die Künstler durch aufmunternd klingende Zurufe an und erweist sich meist als Meister des Klatschens.

Sevilla, das Herz und die Seele des leidenschaftlichen, des echten Flamenco. Ort der Tradition und der Identifikation mit einem Tanz, der zwar Flamenco heißt, aber nur Synonym für die Seele einer ganzen Nation ist.

 

Hier, in Sevilla, hier wird noch der Ursprung des Flamenco in kleinen, oft unscheinbaren Lokalen mit kleiner oder keiner Bühne zelebriert, ohne „Palmero“, hier beherrscht jeder die große Kunst des rhythmischen Klatschens. Von namenlosen Tänzerinnen und Tänzern leidenschaftlich und voller Überzeugung dargeboten, von virtuosen Gitarrenspielern begleitet, von von einem enthusiastischen Publikum beklatscht.

 

Oft ohne geplantes Ende, stundenlang bis man in Trance verfällt. Dieser ekstatische Moment emotionalen Aufruhrs, den die Menschen "duende" nennen, ist unverzichtbarer Bestandteil des Flamenco.

In Perfektion vor allem von den „Roma“ verkörpert, die im Flamenco ihr wechselhaftes Leben widerspiegeln möchten. Bei ihren Hochzeiten oder anderen bedeutenden Festen einer ganzen Sippe, folgen Sie einer vorgegebenen Dramaturgie die sich von besinnlichen Liedern bis zur Bewusstlosigkeit steigern kann. Die „Roma“ leben den Flamenco, identifizieren sich mit ihm, haben ihn zum Teil ihrer Kultur gemacht, und dies pflegen sie über Generationen hinweg.

 



Um die Jahrhundertwende vom 19. ins 20. Jahrhundert wurde der Flamenco seiner Privatsphäre beraubt. Man spielte und tanzte gegen Geld auf allen Bühnen und Plätzen, vor aller Öffentlichkeit. Die Kommerzialisierung des Flamenco war kaum noch aufzuhalten. Das rief die Traditionsbewahrer Spaniens auf die Barrikaden. An ihrer Spitze der Komponist Manuel de Falla und der Schriftsteller Frederico Garcia Lorca, man wollte den authentische Flamenco am Leben erhalten. In und um Sevilla und Granada ist dies gelungen.

Doch der Flamenco hat sich auch weiterentwickelt. Und die Tradition und die Moderne leben heute gut miteinander. Es entstanden Flamenco-Gruppen, die auf allen Bühnen der Welt ihre Künste zeigten und noch immer zeigen – oft ausartend in erotisches Revuetheater. Aber es gibt ihn immer noch, den wahren Flamenco, in seiner Traditionsregion Andalusien, verkörpert aus Überzeugung und Lust, Lust auf auf den Tanz bis zur Ekstase.

 







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