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Insel Cabrera


Die karg anmutende, schroffe Insel Cabrera, die auch als die "Ziegeninsel" bezeichnet wird, liegt 12 Kilometer vor Mallorcas Südwestküste.
Schon in der Talayot-Zeit war Cabrera besiedelt, lange Zeit war die Insel ein beliebter Unterschlupf für Piraten.


Im 19. Jahrhundert wurden während des spanischen Unabhängigkeitskrieges 9000 Kriegsgefangene aus Frankreich interniert, von denen nur 3600 Männer die sechsjährige Gefangenschaft überlebten. Noch heute erinnert ein Gedenkstein an die Kriegsgefangenen auf Cabrera.

 

Die Insel Cabrere in Spanien


Das etwa 17 Quadratkilometer große Eiland gehört zu einem Inselarchipel aus insgesamt 19 kleinen Inseln, von denen Cabrera die größte ist.
Die ansonsten unbewohnte Inselgruppe war Militärsperrgebiet, in dem jährlich militärische Manöverübungen stattfanden.

 

 

Jahrelang kämpften Ornithologen und Umweltschützer dafür, dass Cabrera unter Naturschutz gestellt wird. 1986 unterbrach ein Schiff mit beherzten Greenpeace-Aktivisten die Militärmanöver aus Naturschutzgründen, denn die Unterwasserwelt in diesem Gebiet ist sehr Artenreich.

 

Sie beherbergt unter anderem vom Aussterben bedrohte Meeresschildkröten, Wale und Delfine sowie an die 200 Fischarten, die die großen, mit Poseidongras bewachsenen Unterwasserflächen bevölkern.


1991 wurden die ornithologisch wertvolle Insel Cabrera und auch die umliegenden unbewohnten Inseln zum Naturschutzgebiet erklärt.
Hier, im einzigen Nationalpark der Balearen befinden sich das Brutgebiet und die Kinderstube von Fischadlern, Sturmschwalben, Sardengrasmücken und Seefalken. Auch Elenorenfalken, Wanderfalken und Korallenmöwen geben sich hier ein Stelldichein zwischen den zahlreich vertretenen balearischen Eidechsen.


Leider fiel die Vegetation der felsigen, relativ flachen Insel dem Verbiss durch wilde Ziegen zum Opfer, doch trotzdem findet man auf Cabrera zahlreiche, seltene See- und Zugvögel. Die höchste Erhebung Cabreras ist nur 172 Meter hoch.

Man erreicht das Naturschutzgebiet per Boot in den Monaten von April bis einschließlich Oktober. Allerdings ist nur eine limitierte Anzahl an Besuchern pro Tag zugelassen.


Die Überfahrt zu dem interessanten Naturschauplatz erfolgt täglich von Colònia de Sant Jordi oder von Porto Petro. Wer mit dem eigenen Boot zur Insel möchte, muss hierfür zunächst eine Genehmigung einholen und sich gebührenfrei bei der Nationalparkverwaltung mindestens drei Tage im Voraus anmelden (T. 0034 971 725010).


Die Insel darf aus Naturschutzgründen nicht auf "eigene Faust" erkundet werden, es sind strenge Regeln von der Nationalparkverwaltung für das Verhalten von Besuchern aufgestellt worden, über die man sofort von den Nationalparkangestellten nach Betreten der Insel in Kenntnis gesetzt wird.
Für interessierte Gäste werden geführte Wandertouren über die Insel angeboten.


Zur Besichtigung sind neben dem Strand auch das kleine Inselkastell aus dem 16. Jahrhundert, ein Seemannsfriedhof und ein Museum für interessierte Inselbesucher zugänglich.


Das Kastell wurde einst erbaut, um für geordnete Verhältnisse auf der ehemaligen Pirateninsel zu sorgen und sie wieder der Obrigkeit zu unterstellen. Im Museum erfährt man viel über die allgemeine Geschichte Cabreras und einiges über die Rolle der Insel im spanischen Unabhängigkeitskrieg.

 

Eine eigene Ausstellung befasst sich nur mit dem besonderen, schützenswerten Ökosystems des gesamten Archipels. Das kleine Museum ist in einer Finca, gleich in der Nähe des Castells untergebracht.
Wer die Insel Cabrera besucht, sollte auch einen Abstecher in die Cova Blava oder Cueva Azul (blaue Grotte) mit einplanen.

 

 

 

Diese interessante Grotte mit den faszinierenden blauen Lichtreflexen, die durch das einfallende Sonnenlicht über und unter Wasser zustande kommen, erreicht man nur auf dem Seeweg. Die blaue Grotte, in der man schwimmen und tauchen kann, liegt ungefähr 20 Bootsminuten vom kleinen Naturhafen bei der alten Wehrburg entfernt.


Der Anfangs klein wirkende Eingang der blauen Grotte erweitert sich überraschender Weise enorm beim Passieren. Neben der blauen Grotte gibt es noch zwei weitere Höhlen auf der Insel.

 







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