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El Hierro - eines der letzten Abenteuer
El Hierro, die Insel voller Einmaligkeiten. Urlaub auf El Hierro heißt, täglich dem Besonderen begegnen. Wanderungen werden zu Entdeckungstouren, die zeigen, dass El Hierro auch in der kanarischen Inselwelt einen ganz besonderen Status hat.
Für den Urlauber ist El Hierro ein wunderbar einsamer Flecken Erde. Die Landschaft, vulkanisch, manchmal unwirklich, erinnert an Island, aber die Agaven und die Palmen beweisen, dass man auf einer kanarischen Insel ist.
Man muss einen kleinen Ausflug in die Geschichte der Insel machen um zu verstehen, warum es so ist, wie man es heute sieht. Die BASF in Ludwigshafen hat das Leben der Menschen auf der Insel völlig verändert: mit synthetischem Anilin.
Auf El Hierro bekommt man heute noch Erdbeer-Joghurt auf dem zu lesen ist: „Mit echtem Karmin“. Karmin ist nichts weiter als ein Farbstoff, gewonnen aus zerriebenen Läusen. Davon haben die Menschen lange Zeit gelebt. Die Erfindung des synthetischen Anilins war für die Bewohner von El Hierro ein Desaster, denn die Zucht der färbenden Laus war das Einzige, was Geld brachte. Der Fortschritt hatte die Lebensgrundlage der Menschen zerstört.
Den wüstenähnlichen Charakter dieser Landschaft verstärken die Opuntien. Diese Ohren-Kakteen waren einst aus Mexiko eingeführt worden, eine ideale Pflanze um die Cochenille-Laus zu züchten. Um sie zu ernten, wurden sie abgekratzt und zerrieben.
Dabei haben es die Einheimischen heute noch nicht einfach. Man muss sich mit einem komplizierten Klima herumschlagen, die westlichste der Kanareninseln ist nass und trocken zugleich. Passatwinde bleiben an den steilen Klippen oft mehrere Tage hängen. Auf der windgeschützten vertrocknet die Sonne den Boden mit ihrer enormen Hitze.
Man kann in Punta Grande, im laut Guinness-Eintrag kleinsten Hotel der Welt wohnen, es verfügt nur über vier Zimmer, mitten im Wind stehend und umgeben von tiefschwarzen Basaltsäulen. Das einstige Lagerhaus aus dem Jahre 1884 wurde zu einem „Hotel“ umgebaut. Auch ein empfehlenswertes Restaurant verbirgt sich im Inneren. Hier lässt es sich vor dem tosenden Hintergrund des Atlantiks in schönem Ambiente speisen.
Eine der schönsten Wanderungen beginnt oberhalb des Dörfchens Sabinosa, man steigt immer wieder über Trockenmauern, die aus den Wiesen und Weiden auf der Hochebene La Dehesa einen Flickenteppich machen. Es geht am Felsrand entlang, der über 1000 Meter fast senkrecht abfällt, nach El Golfo, mit Blick auf die Felder in der fruchtbaren Ebene. Und hier wachsen sie auch, El Hierros kleine, zuckersüße Ananas.
Trotz der bizarren, für das Auge sensationellen Küste, hat man für sich selbst und auch für die Touristen das Baden im Meer ermöglicht: im Naturschwimmbecken im Tal von El Golfo oder in den drei windarmen Badebecken von La Maceta. Sonnenanbeter finden, von Felsen vor dem Wind geschützt, im Charco Azul „exklusive“ Sonnenterrassen in natürlichen Felswannen.
Hier gibt es eine Grillstelle, frisches Trinkwasser und gar eine Dusche. Und wunderbar kann man im grünen Wasser des Atlantiks herrlich schwimmen. Nicht zum Baden eignet sich die ganze Gegend um Sargos, aber es ist ein hervorragendes Gebiet für Familien mit Kindern: das Entdecken von Höhlen, Felstoren und bizarren Gesteinsformationen – herrlich zum Herumklettern, wenn das Schuhwerk stimmt.
Heute ist die kleine, raue Kanareninseln zum Sehnsuchtsziel vieler Festlands-Europäer geworden. Eine Insel der letzten Abenteuer – mitten im Atlantik.
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