Insel La Gomera
Die Insel La Gomera, die 1404 von den Spaniern erobert wurde, liegt
rund 1000 Kilometer von der spanischen Küste entfernt. Mit einer
Gesamtfläche von rund 370 Quadratkilometern ist die alte Sonneninsel
mit vulkanischem Ursprung die zweitkleinste Insel der Kanaren.
La Gomeras Küste ist 98 Kilometer lang, aber nur 15 Kilometer davon
sind Strand, der Rest ist Steilküste. Menschenleere Buchten laden zur
Erholung ein, der Strand ist überwiegend Kiesstrand oder schwarzer
Sandstrand. Auf La Gomera leben ungefähr 22.000 Einwohner.
Einst waren Zuckerrohr und Wein die wichtigsten Exportartikel der
schönen Insel. Heute lebt man hier vom sanften Tourismus, der Fischerei
und der Landwirtschaft, die überwiegend für den Eigenbedarf der
Insulaner betrieben wird. Wander- und Naturfreunde, die die Ruhe im
Urlaub lieben finden hier ein wahres Paradies vor. Sehenswert auf der
Insel sind nicht nur die wild zerklüftete Berglandschaft La Laja, die
Steilküste, der Nationalpark und das malerische Dörfchen "El Cedro".
Herrlich ist auch ein Ausflug zur Quelle "Chorros de Epina" mit
ihrer kleinen Kapelle in der Nähe. Dem heilenden Quellwasser werden
magische Eigenschaften zugeschrieben.
Vor allem im flachlandigen Küstenbereich gibt es sehr viele Bananenplantagen mit kleinfruchtigen, sehr schmackhaften Stauden.
La
Gomera ist unterteilt in die sechs Gemeinden Alajeró, Agulo, Herimgua,
Valle Gran Rey, Vallehermoso und San Sebastián de la Gomera, wobei San
Sebastián de la Gomera auch Inselhauptstadt ist.
Die Bewohner La Gomeras sprechen heute fließend Spanisch, auch wenn
die Insel weltweit für die nur auf La Gomera existierende Pfeifsprache
der Gomeros "EL Silbo" bekannt ist. Die Pfeifsprache diente ehemals
dazu, dass sich die Gomeros auch über große Distanzen und weite Täler
ohne Handys verständigen konnten.
Nach der Eroberung durch die Spanier wurden viele Einheimische auf das
spanische Festland als Sklaven verkauft. Andere Gomeros wurden
innerhalb des Inselarchipels umgesiedelt, um mögliche Aufstände gegen
die Spanier zu verhindern. Wer auf La Gomera zurückblieb, arrangierte
sich mit den Spaniern und übernahm Lebensweise und Kultur von ihnen.
La Gomeras Höchste Erhebung ist der Garajonay mit einer Höhe von 1.487 Metern.
Berühmt
ist La Gomera unter anderem für den weltweit größten, zusammenhängenden
Lorbeerwald, der inmitten der Insel üppig gedeiht.
Der Lorbeerwald mit seinen dicht beieinanderstehenden Vulkanschloten gehört zum Nationalpark Garajonay.
Das bekannteste Tal ist das Valle Gran Rey, das Tal des großen Königs.
Für lange Zeit war hier ein beliebter Aufenthaltsort für Hippies und
Aussteigerkommunen, die die Höhlen am Strand in der Schweinebucht zu
ihrem Zuhause auserkoren hatten.
Das Inselklima unterteilt sich in eine eher trockene Südhälfte und
die feuchtere, fruchtbare Nordhälfte, auf der die Passatwinde für
ausreichend Niederschläge sorgen. Hier werden vor allem Kartoffeln,
Wein und Tomaten kultiviert. Um die Wasserversorgung an den in Treppen
angelegten Feldern auf den Berghängen zu gewährleisten, sammeln die
Inselbewohner das Regenwasser in Reservoirs auf.
Auf der Insel gibt es einen kleinen Flughafen bei Playa Santiago,
der für den regionalen Flugverkehr zwischen den einzelnen Inseln
genutzt werden kann.
Es gibt täglich zwei Flüge von und nach Teneriffa sowie nach Gran Canaria.
Mit der Schnellfähre kann man La Gomera von Teneriffa-Süd in ungefähr
einer halben Stunde erreichen, mit der alten Autofähre dauert es
dreimal so lange. Auch nach La Palma und El Hierro bestehen
Fährverbindungen.
Über gut ausgebaute Straßen erreicht man per Linienbus alle
größeren Gemeinden auf der Insel. Der Busverkehr ist selten, man stoppt
die Busse per Handzeichen. Entlegene Orte der Insel erreicht man auf
Schusters Rappen, per Drahtesel oder mit dem Taxi.
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