La Rioja - mehr als nur guter Wein
La Rioja ist die kleinste Provinz Spaniens. Sie liegt zentral, wenn auch weit im Norden des Landes, und weist trotz ihrer geringen Fläche sehr verschiedene Landschaftstypen auf.
Den Namen hat sie von einem Seitenarm des Ebro, dem Oja. Der Ebro selbst durchfließt hier eine Ebene, die von Gebirgsketten eingefasst wird - ein Zusammenspiel, das La Rioja ihre anmutige Schönheit verleiht. Dass es sich bei dieser Landschaft um uraltes Kulturland handelt, wird keinem Besucher entgehen.
Die Region ist nicht nur für Weintouristen, Reiter, Jäger, Angler oder Bergsteiger attraktiv, im Winter kommen auch Skiurlauber in der Sierra de la Demanda auf ihre Kosten. Doch wesentlicher noch für die zahlreichen Besucher ist ein anderer Reisegrund:
Viele historisch bedeutsame Wege führen durch die Region und prägen - teilweise seit Jahrhunderten - ihr heutiges Erscheinungsbild. Der bekannteste dieser Wege ist der Jakobspfad, der "Camino de Santiago". Der Hauptweg wurde im Jahre 1993 in das Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen.
Eng damit verbunden ist die so genannte Klosterroute, die durch die Orte Nájera, Canas, San Millán de la Cogolla und Valvanera führt. Unbedingt sehenswert sind die einander gar nicht ähnelnden Klöster von Suso und Yuso - das eine geht auf das Einsiedlerleben von San Millán in einer Höhle zurück, das andere ist ein mehrfach und stark überformter Bau aus romanischer Zeit.
Auch Logrono und Santo Domingo de la Calzada bergen bedeutsame Kirchen. In Calahorra, der bedeutendsten Stadt der Region, steht eine unbedingt sehenswerte Kathedrale, doch die anderen architektonischen Zeugnisse einer langen Geschichte, die auch römische und arabische Züge trägt, lohnen ebenso einen längeren Aufenthalt in dieser Stadt. Mit etwas Glück wird der Besucher zudem Zeuge eines der zahlreichen traditionellen Feste der Region.
Von ganz anderer Art sind die Attraktionen des Saurierweges in der Tierra de Cameros in der Gegend von Ezcaray und Cornago. Neben den Saurierspuren sind zahlreiche Höhlen und Risse in der Erdkruste nicht nur für Paläontologen und Geologen attraktiv. Die größte Höhle ist über zwei Kilometer lang (Santa Engracia de Jubera), als die schönste gilt die Cueva Lóbrega (bei Torrecilla). Ein wichtiges Naturschutzgebiet liegt in der Nähe des Ortes Arnedo y Arnedillo am Fluss Codacos, einem Arm des Ebro.
Alle Reisenden - ob Individualtouristen, Pilger oder Gruppenreisende - können sich an den kulinarischen Köstlichkeiten La Riojas erfreuen. Zuallererst ist hier der Wein zu nennen, dessen kräftiges, körperreiches Bouquet die langen, heißen spanischen Sommer eingefangen hat.
Angebaut wird er im Tal des Ebro auf etwa 55.000 Hektar, wobei die Sierra de la Demanda und die Sierra de Cantabria für das einzigartige Mikroklima sorgen, das den Wein so unverwechselbar macht. Viele Weinkeller können auch besichtigt werden, Weinverkostungen sind dann selbstverständlich.
Ideal ergänzt wird dieser Genuss durch lokal erzeugtes Obst und Gemüse (saisonabhängig Artischocken, Pilze, Paprika und Spargel). Als krönender Abschluss eines solchen Mahls bieten sich die ebenfalls regionstypischen Süßspeisen an, die bekannteste ist die noch von den arabischen Eroberern übernommene Marzipanvariante Mazapán de Soto.
Aus diesen Gründen wird La Rioja zunehmend auch für Anhänger der Slow-food-Bewegung attraktiv; das touristische Angebot an Herbergen, Ferienhäusern und Gastronomie stellt sich auf deren hohe Ansprüche ein.
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