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Eines der letzten Pyrenäen-Paradiese: das „Val d’Aran“


Bis zu 3000 Meter hoch sind die Gipfel über dem „Val d’Aran“ in den katalonischen Pyrenäen. Und auf dem „Hochplateau von Beret“, auf den Pisten von „Baqueira“, liegt Spaniens Skigebiet Nummer Eins. Von hier kommen auch die kalten Winde, die bis in den Mai hinein die Temperaturen an der Costa Brava niedrig halten.

Die Pyrenaeen in Spanien

Fünfeinhalb Monate lang, von November bis April, dauert die Skisaison in den Pyrenäen, und auf diesen Höhen ist Schnee garantiert. Es sind die Lieblingspisten von Juan Carlos, seines Zeichens König von Spanien. Die Königsfamilie verbringt regelmäßig ihre Weihnachtsferien im „Val d’Aran“, im eigenen Haus, das man sich in der Nähe von Baqueira gebaut hat. Wie persönlich und ungezwungen es hier oben zugeht zeigt, dass man auf der Piste, in einigen Bars oder Restaurants Juan Carlos in zwangloser Atmosphäre treffen kann.

 



Das „Val d’Aran“ ist mit seinen 620 Quadratkilometern ein Skigebiet mittlerer Größe und mit knapp 8000 Einwohnern dünn besiedelt. „Hauptstadt“ ist Vielha, es gibt noch 34 Dörfer, die touristisch kaum eine Rolle spielen. Noch ist das „Val d’Aran“ in Deutschland ein ganz geheimer Geheimtipp. Aber die längere Anreise lohnt sich: ein Skigebiet mit traumhaften Abfahrten und Loipen, kaum Wartezeiten an den Liften und einer perfekten Infrastruktur. Knapp 80 Kilometer Pisten, darunter vier schwarze, 22 rote, 17 blaue sowie drei grüne, 16 Sessel- und 8 Schlepplifte ersparen lange Wartezeiten.

Im Sommer ist das „Val d’Aran“ Fluchtgebiet für reiche Spanier, die der Hitze an den Küsten entfliehen möchten, und ein Wandergebiet für Naturfreunde, die auf einsamen Wegen durch größtenteils unberührte Natur herrliche Aussichtspunkte erreichen können. Rund 350 Kilometer Waldwege, Angeln an über 200 Seen, Mountainbiking, Reiten, Drachenfliegen und noch vieles mehr – eine perfekte Infrastruktur zu Preisen, die immer noch zu den günstigsten in Europa zählen. Die Bergwelt der Pyrenäen bietet ein grandioses Schauspiel von Farben und Licht. Dann protzt die Natur mit ihren seltenen Pflanzen, und die Chance, tagelang keinem Menschen zu begegnen ist ziemlich groß.

Das Außergewöhnliche beginnt schon bei der Anfahrt. Während der König mit dem Helikopter eingeflogen wird, muss der einfache Tourist auf zum Teil maroden Sträßchen hinauffahren. Kaum Sicherheitsvorkehrungen an steilen Abhängen, es ist Mut erforderlich bei Gegenverkehr und in den „schwarzen Löchern“, die man mit sehr viel Phantasie auch als Tunnel bezeichnen kann. Über 20 dieser „Tunnel“ sind zu durchfahren, oft schlecht oder gar nicht beleuchtet – ein Hauch von Abenteuer und Mut. Doch man wird für diesen Mut belohnt: Hinter jedem Tunnel offenbaren sich neue Landschaften, neue Perspektiven, und das Blau des Himmels ist von grandioser Tiefe. Es ist die vielleicht spektakulärste Bergstrecke in ganz Spanien, die etwas ängstliche Autofahrer meiden sollten.

 



Die erste Besiedlung nach den Tunnels ist „Montgarri“ am Nordrand des „Val d’Aran“. Hier muss man unbedingt eine Rast einlegen. Das ganze Dorf ist praktisch unbewohnt, nur ein winziges Restaurant wartet auf seine Gäste.

 

Ein Restaurant mit nur einem Menü, das es schon seit ewigen Zeiten gibt, und zwar in Spitzenqualität: „Suppe, Schinken, Manchego-Käse und Weißbrot, als Hauptgericht ein Steak mit Bratkartoffeln und hinterher einen Traum von „Crema Catalana“. Das Steak wird über dem Kaminfeuer gegrillt und schmeckt sensationell gut. Der Wirt grillt persönlich, und da er dies praktisch schon sein ganzes Leben lang gemacht hat, ist die Zubereitung zur Perfektion gereift.

Ein schöneren Einstieg in das „Val d’Aran“ kann man sich nicht wünschen.

 







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