Die Sierra de las Niewes
- ein offenes Naturmuseum und Wanderparadies zwischen Atlantik und Mittelmeer -
Die Sierra de las Niewes ist ein Gebirgszug im Südwesten Spaniens. Er gehört zum Bergland von Ronda.
Es ist ein sehr zerklüftetes Gebirge. Das Gestein besteht vorwiegend aus Kalk und Karst. Der höchste der Kalkberge - der Torrecilla erreicht über 1900 Meter. Sein genauer Standort ist in der Sierra de Tolox.
Große Teile der Sierra de las Niewes - besonders das Kerngebiet, die Sierra de la Nieve - wurden 1989 zum Naturpark erklärt und besonders geschützt. Darin finden sich bekannte Gipfel wie der Enamorados mit über 1700 Meter.
1995 wies die UNESCO das Gebiet als Biosphärenreservat aus.
Den Grund dafür liefern die letzten erhalten gebliebenen Igeltannenwälder. Sie sind im Tertiär entstanden und haben die Eiszeit überlebt. Diese Baumart findet heute nur noch sehr eingeschränkt geeignete Wuchsgebiete mit kühlen Temperaturen und ausreichend Feuchtigkeit. Sie bildet geschlossene Bestände zwischen den Städten El Burgo und Yunquera auf der einen Seite und der Sierra de la Nieve auf der anderen.
Auch die Tierwelt gehört zum lebenden Schatz der Sierra de las Niewes. Über den Bergen und Schluchten ziehen Adler, Falken und Geier ihre Kreise. Steinböcke klettern auf den schroffen Bergen, Wildkatzen bewohnen die dichten Wälder. In den Flüssen fischen Otter, der Uhu ist Brutvogel.
Die Lage in Mittelmeernähe bringt mediterranes Klima mit sich. Die Sommer werden besonders in den höheren Lagen durch feuchte Winde vom Atlantik modifiziert. Ergiebiger Regen, oft als heftiges Gewitter, unterbricht das an sich trockene und heiße Sommerwetter des Öfteren.
Mehrere Flüsse entspringen in der Sierra de las Niewes. Der Rio Guadalevín hat sich bei Ronda seinen Lauf durch das Gestein gebahnt und so die berühmte Schlucht von Ronda geschaffen.
Der Rio el Burgo verläuft im Nordosten. Der Rio Alfaguara im Osten durchläuft das Städtchen Tolox und mündet in den Rio Grande.
Am Südhang des Torricella entspringt der Rio Verde. Er mündet in einen Stausee und von dort aus in die Costa de Sol.
Die Sierra de las Niewes lädt zu sehr schönen Wanderungen ein. Mehrere Touren führen durch den Naturpark. Zu Fuß erschließt sich die ganze Schönheit des Gebirges. Hohe Kalkberge, durchschnitten von tiefen Schluchten und Abgründen, tiefe Höhlen, wie die Honda-Höhle oder das Loch GESM wollen bewundert werden.
Letztere ist übrigens mit knapp 1100 Metern die dritt-tiefste der Welt. Weite dunkle Igeltannenwälder verleihen jeder Wanderung ein wild-romantisches Flair.
Ein dichtes Netz alter Pfade verbinden Dörfer und Ortschaften. Sie stellen meist die günstigsten Verbindungen dar und werden von den Bewohnern bis heute genutzt.
Als Ausgangsorte für die meisten Wanderungen bieten sich die Orte Ronda, El Burgo oder Yunquera an. Auch der Quejigales - ein Zeltplatz im Naturpark-Inneren ist als Wanderstützpunkt beliebt.
Viele Wanderungen bewegen sich auf traditionsreichen Wegen. Bereits die Schneesammler aus alter Zeit benutzten diese zum Verbringen des in den Bergen gesammelten Schnees nach Malaga. Der Verkauf von Schnee in den Städten war eine der wenigen Einnahmequellen. Von da abgeleitet ist auch der Name des Gebirges - Sierra de las Niewes - auf deutsch Schneegebirge.
Es empfiehlt sich , einen Wanderführer zu benutzen. Mit seiner Hilfe lässt sich das gesamte Wandergebiet besonders schön erschließen. Auch das Web bietet einige sehr aufschlussreiche Informationen zu Wanderungen an.
Naturliebhaber können bereits bei der Anreise nach El Burgo und Yunquera die herrliche Bergwelt genießen. Eine gut zu befahrende Bergstraße über den Pass Puerto del Viento ermöglicht wunderbare Aussichten auf den Enamorados im Zentrum des Naturparkes. Von Malaga oder Ronda fahren auch Busse.
Nur wenige Kilometer trennen dieses Naturparadies von der Costa de Sol. Neun Gemeinden in einer Umgebung, die ihresgleichen sucht, bieten auf 18600 Hektar alles, was das Herz des Fuß- oder Rad-Wanderers und Naturliebhabers begehrt.
Darüber hinaus bieten sich in den größeren Orten wundervolle Beispiele lokalen Architektur- , Kultur- und Kunsterbes dem staunenden Auge des Besuchers dar.
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