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Der Tempel von Debod in Madrid


Über den wahren Erbauer des ursprünglichen Tempels von Debod scheiden sich bis heute die Geister. Unumstritten scheint jedoch, dass ein kleiner Tempel zu Ehren des Gottes Amun unter dem nubischen König Adikhalamani von Meroe – eventuell auch bereits unter Pharao Ptolemaios IV. - Anfang des 2. Jahrhunderts vor Christus errichtet wurde.

 

Als optimalen Standort wählte man eine Stelle in der Nähe von Debod in Südägypten aus. Der Tempel befand sich in nächster Nähe des ersten Nil-Kataraktes, nahe dem Tempel der Göttin Isis. Der kleine Tempel war reich geschmückt mit Inschriften dem Gott Amun zu huldigen und erhielt den Namen „Kapelle der Reliefs“. Spätere ptolemäische Herrscher erweiterten den Tempel immer wieder - selbst römische Kaiser fügten noch Erweiterungsbauten an, was auf eine enorme Bedeutung des Tempels von Debod schließen lässt.

 



Während des Baus des Assuan-Staudamms gerieten immer mehr ägyptische Monumente in Gefahr und drohten überflutet zu werden. Einem internationalen Aufruf der UNESCO ist es zu verdanken, das viele einzigartige archäologische Kulturdenkmäler zumindest erhalten blieben – wenn auch nicht an ihrem ursprünglichen Ort. So wurde der Tempel von Debod im Jahre 1961 sorgfältig abgebaut und zwischengelagert.

 

Der Tempel von Debod in Madrid bei Nacht


Allen voran setzte sich die spanische Regierung für die Rettung des Abu Simbel Tempels ein, als Dank erhielt sie den Tempel von Debod im Jahre 1968 als Geschenk der ägyptischen Regierung.

 

Zwei Jahre später wurden die Tempelteile nach Madrid verschifft, wo sie in einer der schönsten madrider Parkanlagen wieder aufgebaut wurden. Nach zwei Jahren Bauzeit wurde der Tempel von Debod der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und präsentiert heute die altägyptische Architektur außerhalb Ägyptens - eine wahre Rarität.

Den Tempel findet man nahe dem bereits im Jahre 1910 angelegten Parque del Oeste in Madrid. Sehr beliebt ist dieser Park um nach Feierabend sich ein wenig sportlich zu betätigen, denn das teilweise recht steile Gelände ist unter spanischem Klima nicht unbedingt für Sportmuffel geeignet. Begleitet wird man entlang der Parkwege von Skulpturen lateinamerikanischer Freiheitskämpfer, die auch die Einwanderer ihrer Heimatländer anziehen – hier treffen sie sich mit ihren Landsleuten.

 



Der Tempel von Debod ist umgeben von flachen Wasserbecken, wodurch die ursprüngliche Nähe der Tempelanlage zum Nil auf eine ganz eigene Art widergespiegelt wird. Vom Tempel-Hügel aus kann man eine der schönsten Aussichten auf Madrid genießen.

 

Rund um den Tempel kann man sich auf dem Parkrasen niederlassen und in der spanische Sonne die Seele baumeln lassen. Gerade zum Sonnenuntergang ist dies einer der beliebtesten Plätze und gegen Spätnachmittag füllt sich der Park rund um den Tempel mit Touristen und Einheimischen. Nach Sonnenuntergang taucht der beleuchtete Tempel den Park in ein ganz besonderes Ambiente und der Blick auf das erleuchtete Madrid von hier aus ist beeindruckend.

 







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